Die Wirkung der Erwartungen an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands auf den Immobilienmarkt

Posted on 25. Oktober 2022 · By s.ott · In Immobilienbranche

Die Pandemie

Als wesentlicher Treiber der Inflation ist zunächst die seit dem Jahr 2020 andauernde Pandemie zu nennen. Die rigorose „No-Covid“-Politik Chinas führte zu massiven Störungen globaler Lieferketten. Bei gleichzeitig hoher Nachfrage resultierte die Angebotsverknappung in erheblichen Preissteigerungen und einem starken Inflationsanstieg.

Selbst wenn Deutschland künftig nur mit moderaten Einschränkungen auf neue Pandemiewellen reagieren sollte, ist derzeit nicht absehbar, dass China seinen restriktiven Kurs vollständig aufgibt. Erneute Beeinträchtigungen der Lieferketten auch im Jahr 2023 sind daher nicht auszuschließen und schüren weiterhin die Inflationserwartungen.

Die Energieknappheit

Hinweise darauf, dass die aktuelle Energieknappheit lediglich von kurzfristiger Natur sein könnte, bestehen derzeit nicht. Die politisch bedingte Verknappung von Energie trägt zusätzlich zu steigenden Erzeugerpreisen bei und belastet das Warenangebot.

In Kombination mit bestehenden Lieferkettenproblemen führt dies zu einem weiteren Anstieg der Erzeuger- und Verbraucherpreisinflation, der auch im Jahr 2023 anhalten dürfte.

Die Rezession

Nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist für Deutschland im Jahr 2023 mit einer wirtschaftlichen Rezession zu rechnen. Gleichzeitig wurde die globale Wachstumsprognose für 2023 von 2,8 auf 2,5 Prozent gesenkt.

Aufgrund des Krieges in der Ukraine erwartet die OECD eine weltweite Konjunkturabkühlung. Das globale Bruttoinlandsprodukt soll im Jahr 2022 lediglich um 3,0 Prozent und im Jahr 2023 um nur noch 2,2 Prozent wachsen.

Die Erwartungen an die Zukunft

Inflation und Rezessionsängste führen zu einer erheblichen Verunsicherung der Marktteilnehmer. Sorgen um Unternehmensinsolvenzen und Arbeitsplatzverluste können die Nachfrage am Immobilienmarkt dämpfen.

Gleichzeitig gewinnt der Erwerb von Immobilien unter dem Gesichtspunkt der Vermögenssicherung und Risikominimierung an Bedeutung. In einem zunehmend instabilen wirtschaftlichen Umfeld tritt die reine Renditeerwartung häufig in den Hintergrund, während der Werterhalt stärker in den Fokus rückt.

Auch unter diesen Voraussetzungen bleibt der Immobilienmarkt insgesamt attraktiv und stellt weiterhin eine relevante Anlageform dar.